Startseite » Handfestes / Teil 3: „Strategien zum Erfolg – Das Wichtigste zuerst!“

Die Strategie zum Erfolg
Foto by: André Baldes

Handfestes / Teil 3: „Strategien zum Erfolg – Das Wichtigste zuerst!“

Egal ob Du gerade als Musiker ernsthaft loslegen willst oder ob Du schon etwas länger dabei bist. Wenn Du deinen Webauftritt oder Social Media gestaltest, Veranstalter anschreibst oder für Konzerte wirbst, musst Du dir bereits über etwas grundlegendes Gedanken gemacht haben! Viele Musiker machen jedoch einen Fehler, der auf dem ersten Blick banal scheint und weitreichende Folgen hat. Als ich meine ersten Schritte als Singer/Songwriter machte, unterlief mir genau dieser Fehler und er begleitete mich lange Zeit, bis ich das überhaupt merkte.

Damals habe ich einfach losgelegt, frei nach dem Motto: „Einfach Machen!“  Ich hatte genügend Songs für ein abendfüllendes Konzert, die Band war tight, die EP war fertig und ich wollte jetzt, so schnell wie möglich, so viel spielen wie möglich.

Also habe ich ein Fotoshooting organisiert: Großartige Gedanken hatte ich mir nicht gemacht..es sollte halt cool aussehen..netter Hintergrund, coole Klamotten und so.. Anschließend bemusterte ich jeden Club, jedes Cafe, jede Disko, jedes Festival, jedes Gartenhäuschen und jedes Dixi-Klo in Deutschland mit einer Konzertbewerbung.. und ich nahm jedes Konzertangebot an, dass reinkam.

In der darauffolgenden Zeit haben meine Mitmusiker und ich eine Achterbahnfahrt absolviert die, im Nachhinein betrachtet, vermeidbar gewesen wäre: Jeder Gig war einfach unberechenbar! Hatten wir Freitags noch in einem vollen Laden gespielt, spielten wir Samstags, nur 40 Km weiter, gerade mal vor 3 Leuten, die mit unserer Musik nicht im Entferntesten etwas anfangen konnten. Dazu kam, dass aufwendige und teure Plakat-Aktionen anscheinend nicht funktionierten. Wenn wir das Publikum fragten, wer gekommen ist weil er ein Plakat gesehen hatte, war es höchstens mal Einer von Fünfzig. Alle Anderen hatten über uns gelesen, einen Veranstaltungstip im Radio gehört oder eine Empfehlung bekommen.

Wo lag das Problem?

Das erste Problem war ich: Wenn ich auf die Bühne ging oder ein Zeitungsinterview gab, passierte mir immer das Gleiche: Ich betrat den Raum und das jeweilige Publikum oder der Reporter erkannte mich erstmal nicht. Warum..? Weil ich nichts mit dem Typ auf dem Plakat gemeinsam hatte!

1.) Ausser „irgendwie cool aussehen“ hatte ich nämlich beim Fotoshooting kein Konzept. Ich trug eine Wollmütze, ein weißes Shirt, eine schwarze Seidenweste, zerrissene Jeans und schaute mit verschränkten Armen, ziemlich ernst, in die Kamera ..Ich sah aus wie ein rappender Kellner.. mein dunkler Typ verstärkte den Eindruck. Wenn ich wenigstens Hip Hop hören würde, wäre das ja noch ok gewesen, aber das hier war eine „Verkleidung“. Vor allem aber sprach ein solches Bild garantiert keinen Singer/Songwriter-Interessierten an.

Fazit1: Ich hatte mir zu unkonkrete Gedanken darüber gemacht, wie ich mich als Musiker präsentieren wollte und wie ich mein potentielles Publikum am besten ansprechen konnte

2.) Und genauso konzeptlos war ich bei der Konzertbewerbung vorgegangen. Ich hatte jeder interessierten Location zugesagt: Egal ob es sich um Clubs in Studentenstädten, Kulturvereine in Kurorten, Landgasthöfe in der Eifel oder um Eckkneipen im Arbeiterviertel handelte – wir sind hingefahren. Diese Wahllosigkeit bescherte uns ein anstrengendes Auf und Ab. Mit nachdenklicher Akustikmusik waren wir die richtigen für Kleinkunstbühnen und Studicafes aber in einer Rockerkneipe, in einer Disko oder im elitären Hochkulturverein sorgten wir für lange Gesichter oder spielten vor leeren Stühlen (bezahlte Probe). Das das auch für Frust bei uns sorgte ist klar.

Fazit 2: Ich hatte mir keine Gedanken darüber gemacht, wo wir hinpassten und wo nicht und wer uns eigentlich hören will.

Die Lösung:

Bevor Du irgendeinen ersten Schritt in Richtung Selbstvermarktung oder Booking tust, musst Du dir darüber klar werden wer Du als Musiker bist und welches Publikum sich von Dir angesprochen fühlt! Diese zwei Faktoren sind die Basis für alle Deine weiteren Schritte. Denn ohne eine Strategie wirst Du, wie ich, viel Frust ernten und, nicht zuletzt, auch finanzielle Verluste einfahren.

  • Was macht dich aus?

Stelle die Dinge an Dir heraus, die charakteristisch für Deine Musik, für Dich oder Deine Bühnenpersönlichkeit sind. Achte darauf, dass Du Dich damit wohl fühlst, denn nur so bringst du das auch glaubhaft rüber.

In meinem Fall habe ich alle Plakate entsorgt und die Wollmütze und Weste gegen einen Hut und T-Shirt eingetauscht. Vor allem habe ich aber die Gitarre mit aufs neue Plakatfoto genommen, damit die Leute einen Hinweis bekommen, das es sich um einen Singer & Songwriter handelt. Ab diesem Punkt hatte ich immer ein Konzept mit dem ich einem Fotografen, Designer oder Kameramann klar sagen konnte, was ich stilistisch umgesetzt haben wollte. Eigentlich ganz einfach.

  • Wer ist an Dir interessiert?

Mach Dir klar welche Menschen sich von Deiner Musik angezogen fühlen und wo Du diese Menschen findest! Wir sprechen hier von einer klassischen Zielgruppenanalyse: Wer sind diese Leute? Alter, Bildungsstand, Hörgewohnheiten? Was ist ihnen wichtig? Wo informieren sie sich über Kulturveranstaltungen? Welche Locations, welche Festivals besuchen sie?

Das Alles genau zu wissen ist unglaublich wichtig und erspart Dir Frust und finanzielle Verluste! Ich habe mich dadurch nur noch auf Locations konzentriert in die wir reineinpassten. Ich habe mein Netzwerk zielgerichteter aufgebaut und nur noch passende Labels, Verlage, Veranstalter oder Agenturen kontaktiert. Ich habe gelernt, dass es nicht viel Sinn hat, die ganze Stadt voll zu plakatieren und dass ich nur dort werbe, wo mein Publikum sich auch aufhält. Durch ein klares Bild über mich und mein Publikum habe ich viel effektiver agiert können und eine Menge Zeit und Energie gespart.

 Achtung! – Du Verkaufst Deine Musik und keinen Staubsauger!

Damit wir uns aber nicht falsch verstehen: Viele Marketinggurus predigen, dass man das Marktpotential eines Produkts ( in unserem Fall das Potential Deiner Musik) analysieren soll. Wenn dann ein lohnendes Potential (also genügend Käufer) gegeben ist, wird die Zielgruppe möglichst genau definiert: Alter, Bildungsstand, Geschlecht, Hobbys, gucken die ARTE oder Dschungelcamp, usw. ? Dann wird das Produkt und die Werbemaßnahmen auf diese Zielgruppe zugeschnitten.

Ich bin der Meinung dass man an die Vermarktung von Musik und speziell von Singer & Songwriter nicht rangehen sollte! Das würde nämlich bedeuten, dass Du eine möglichst große finanzkräftige Zielgruppe finden sollst um dann Dich und Deine Musik den Wünschen dieser Zielgruppe anzupassen. Dieses Prinzip nennt man „Castingshow“.

Meine Philosophie ist eine ganz andere: Ich finde, dass jeder Musiker das machen sollte, was kreativ aus ihm heraus kommt. Musik und Kunst im allgemeinen sollte, meiner Meinung nach, aus einem inneren Drang heraus entstehen und nicht aufgrund von Marktanalysen. Dabei spielt es keine Rolle ob Du rapst, heavy Metal oder Volksmusik machst! Hauptsache es ist das was Du machen willst. Wenn es nicht völlig abgedreht ist und dann noch Talent dazukommt bin ich überzeugt davon das es da draußen auch ein Publikum für Dich gibt! Und bei Singer & Songwritern ist das halt meist ein Nischenpublikum und selten die Masse. Die Kunst besteht also darin Dein eigens Ding zu machen, Dein Publikum zu finden und letztendlich dann davon auch finanziell zu profitieren!

Zieh Dein Konzept Durch!

Wenn Du diese Dinge klar hast kannst Du loslegen! Wichtig ist aber, dass Du dabei konsequent bleibst, denn als Musiker schaffst Du ein Gesamtkunstwerk, dass weit über Deine Musik hinausgeht! Jedes Foto, jedes Video, jeder Satz sagt etwas über Dich aus. Selbst wenn Du dich nur mit Gitarre auf die Strasse stellst – Deine Songs sind genauso ein Statement, wie Deine Klamotten, Deine Frisur und die Gitarre die Du spielst.“.

Ob Du das willst oder nicht – Selbst die Verweigerung dieser Selbstvermarktung ist eine Aussage…Würfel die ältesten Klamotten zusammen die Du finden kannst und spiel mit drei Saiten auf der Klampfe…das nennt sich dann „Grunge“. Also mach was Du willst aber sei dabei Konsequent und wenn es Dein Konzept ist unberechenbar zu sein, dann sei konsequent inkonsequent!

Wie das im Detail aussieht erfährst Du in späteren Artikeln zu den Themen: Videoshooting, Fotoshooting, Werbemittel & Webdesign. Gerne berate ich Dich auch persönlich im Rahmen meines Coachings.

Viel Erfolg dabei!
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.