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Foto by: Supporting Memories by Doro

Handfestes / Teil 1: „Was ist Erfolg?“

In meinem Blog schreibe ich über meine Erfahrungen als Singer & Songwriter und darüber, wie man Musik auf einem professionellen Level macht. Bevor es in den folgenden Artikeln um handfeste Tipps, Strategien und konkrete Zahlen geht, will ich aber erst einmal definieren, was ICH eigentlich unter „Erfolg“ verstehe:

Erst mal kann ich Dir direkt sagen, dass Du in meinem Blog keine Anleitung dazu findest, wie Du zum Megastar wirst! Ich kann das erstens gar nicht leisten und zweitens halte ich das persönlich auch nicht für soooo erstrebenswert. Bei Singer & Songwritern oder Indiemusikern gehe ich davon aus, dass die eigene Musik, kreative Selbstverwirklichung und Authentizität im Vordergrund steht. Nicht die Massentauglichkeit, wie es bei Rihanna und Co. der Fall ist.

Das Gefühl von „Erfolg“ wird, für mich, von den folgenden Faktoren bestimmt:

  • a.) finanzieller Gewinn
  • b.) steigende Popularität
  • c.)  künstlerische Selbstverwirklichung

 

a.) Finanzieller Erfolg

Wenn es Dir um die große Kohle geht, kann ich Dir sagen, dass Du als Singer & Songwriter oder Indiemusiker im falschen Feld unterwegs bist. Die Chance auf viel Geld ist zur Zeit im Schlager oder im Dancepop etwas größer. Noch besser ist aber ein Job als Unternehmensberater oder Konzern-Manager! 😉

Du solltest wissen, dass das Musikgeschäft ein sogenannter „Winner takes it all“-Markt ist. Das bedeutet, dass einige wenige Musiker, meist mit Hilfe mächtiger Plattenfirmen, so populär geworden sind, dass sie fast alle großen Gewinne für sich einstreichen. Deshalb hörst Du im Radio auch immer die selben Künstler. Der Rest, also über 90% der anderen Musiker, schlägt sich gerade so durch…

Ich sehe das Thema Geld deshalb sehr nüchtern: Für mich ist ein deutschsprachiger Indie-Musiker oder Singer/Songwriter dann finanziell erfolgreich wenn er es schafft mit seiner Musik ein Einkommen zu erzielen, von dem er ohne Existenzangst leben kann. Bei einem Vollzeitmusiker müssten die Einnahmen also mindestens dem Gehalt eines ausgebildeten Facharbeiters in Deutschland entsprechen. Dies zu erreichen ist gar nicht so einfach: In meinem Artikel „Lass uns über Geld sprechen“ gehe ich genauer darauf ein, wie Du als Musiker dein Einkommen generierst und was Du finanziell erwarten kannst.

B.) Popularität

Ich glaube, dass jeder Musiker, der sein Handwerk beherrscht und etwas ganz Eigenes macht, da draußen, auch sein Publikum finden wird. Wie groß Deine Popularität werden kann, ist aber davon abhängig, wie viele Menschen das schätzen und suchen was Du Ihnen (dar)bietest. Singer & Songwriter und Indiebands bedienen allerdings eher ein Nischenpublikum. Diese Musik ist oft viel zu speziell, als dass sie der großen Masse zu gefallen würde. Aber muss man denn auch unbedingt riesige Konzerthallen füllen von Erfolg zu sprechen?

Ich bin kein Freund von Castingshows. Die Gewinner von DSDS und Co. sind für mich um nichts zu beneiden. Klar, die Leute, die dort gewinnen, können singen und performen auf Großveranstaltungen zur Top-Sendezeit. Aber bereits in der Vorrunde treten sie ihre Rechte, und ihre Freiheit als Künstler, an einen riesigen Medienbetrieb ab. Kaum einer kann dann seine eigenen Songs präsentieren oder hat einen Einfluss darauf, wie er vermarktet wird. Meist wird der Künstler ein Jahr lang verheizt, bis er schließlich in der Versenkung, oder noch schlimmer, im Dschungel-Camp landet. Ich halte das nicht für einen Erfolg.

In meinen Augen bist Du ein erfolgreicher Musiker wenn Du es schaffst, mit Deinen eigenen Songs, ein kleines aber treues Nischenpublikum zu erspielen. Wenn du es schaffst, Jahr für Jahr, kleine bis mittlere Konzertsäle zu füllen. Wenn Du dich nicht verbiegst und die Kontrolle über Deine Musik und deine Geschäfte behältst. Wenn Du zum Geheimtipp einer Szene wirst, anstatt, wie eine Silvesterrakete, einmal laut zu explodieren und dann abzustürzen. Dann bist du meiner Meinung nach, auf dem Weg zu einem nachhaltigen, dauerhaften Erfolg.

C.) künstlerische Selbstverwirklichung

Du kennst sicher dieses Gefühl wenn Du merkst, dass ein von Dir geschriebener Song „funktioniert“. Oder den Glücksmoment nach dem Gig, wenn Du weißt, „Heute hat alles gepasst!“. Oder auch der Stolz mit dem Du das erste Exemplar deines neuen Albums in der Hand hältst.! Egal, was Du Kreatives machst: Ob Du Geige spielst, singst oder Bilder malst. Hinter all dem steht meistens das Bedürfnis sich auszudrücken und etwas Eigenes zu erschaffen. Und genau das tun zu können ist, meiner Meinung nach, schon ein Erfolg. Und zwar die Form von Erfolg mit der meisten Substanz!

Deshalb solltest Du dir das Privileg, künstlerisch das machen zu können was Du machen willst, immer bewahren! Und das ist gar nicht so einfach! Gerade durch ständige Selbstvermarktung, niedrige Gagen, und nicht zuletzt auch Angst vor Kritik von Presse und Publikum, kann es schnell passieren dass man sich verbiegt oder es jemanden recht machen will. Wenn Du dadurch Deine künstlerische Freiheit verlierst, hast Du ein Problem! Denn schon bald macht das ganze Ding keine Freude mehr. Geld und Bewunderung kannst Du jederzeit verlieren, aber nicht die Gewissheit, dass Du etwas Eigenes geschaffen hast und Dir treu geblieben bist.

DeR Weg zum Erfolg

Du weißt jetzt also was ich unter Erfolg verstehe und welche Ziele ich für realistisch halte. In den folgenden Artikeln werde ich versuchen, Dir die Mittel zu zeigen, mit denen ich dieses Ziel verfolgt habe. Ich schreibe darüber was für mich funktioniert hat, welche Fehler ich gemacht habe und auch über meine generellen Erfahrungen als Musiker. Dabei will ich so konkret wie möglich sein. Im nächsten Artikel  wird es deshalb direkt detailliert um das sensible Thema „Geld“ gehen. Also: „Lass uns über Geld sprechen“

Solltest Du an einer persönlichen Beratung interessiert sein, ist vielleicht auch mein Coaching etwas für Dich.

Viel Erfolg,

André

 

 

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